Psychologisch sind Mobbing und Cybermobbing als sehr schwerwiegend einzustufen. Die Angriffe betreffen oft Jugendliche, welche psychisch in ihrer Frustrationstoleranz noch nicht so gefestigt sind wie Erwachsene. Dazu wird der Leidensdruck verstärkt, weil die massive Ablehnung im sozialen Kontext geschieht, der zu einer der wichtigsten Währungen in der pubertären Lebensphase gehört. Verschlimmernd kommt hinzu, dass es beim Mobbing nicht nur um einen Konflikt zwischen Täterschaft und Opfer geht, sondern dass zusätzlich Assistenten und Zuschauende involviert werden, gegen die sich das Opfer wegen ihrer ‚gesichtslosen‘ Masse nicht wehren kann.
Beim Mobbing gibt es aus psychologischer Sicht wenig Erfolg versprechende Gegenstrategien. Mobberinnen oder Mobber sind im Rahmen der entsprechenden ‚Peer-Groups‘ meist hochmanipulativ und es gelingt ihnen oft sogar, dass sich die Opfer schuldig fühlen. Oder sie drohen den schweigenden und zuschauenden Jugendlichen auch mit Mobbing, womit eine durch Angst gekennzeichnete Dynamik entsteht. Dazu läuft Mobbing fast immer und sehr bewusst hinter dem Rücken von Autoritätspersonen wie Lehrerinnen und Lehrer oder Eltern ab. Die Angriffe sind durch diesen verschwiegenen, angsterfüllten Charakter umso hinterhältiger, feiger und verletzender. Mobbing und Cybermobbing können bei den Opfern zum Verlust von Selbstvertrauen, Angstzuständen und Depressionen führen.