Offene Jugendarbeit und Selbstverletzungen und Suizid

Selbstverletzungen und Suizid sind im Jugendalter im Vergleich zu späteren Lebensphasen oft Thema. Dies, obwohl nur ein verschwindend kleiner Teil der Jugendlichen sich konkret selbst verletzt, Suizidgedanken hat oder Suizid begeht. Alle Jugendlichen sind mit dem Thema indirekt konfrontiert, weil unter Jugendlichen über die Thematik der Selbstverletzung, respektive Suizid gesprochen wird.

Die MOJUGA ist einerseits in der Beratung von konkreten Krisensituationen im Zusammenhang mit angedrohtem Suizid oder bei Fällen, in denen Jugendliche sich ritzen, in das Thema involviert. Dabei übernimmt die Jugendarbeit beratende Triage-Funktionen und vermittelt zwischen betroffenen Jugendlichen und deren Eltern, helfenden Fachstellen und amtlichen, zuständigen Stellen. Zudem stösst die Jugendarbeit in Gesprächen mit Jugendlichen immer wieder auf das Thema Selbstverletzung und Suizid.

Bei der Arbeit mit dem Selbstverletzungen und Suizid ist insofern viel psychologisches Fingerspitzengefühl gefragt, weil die Thematik bei einigen Jugendlichen in einer Art medialem Voyeurismus künstlich hochgeschaukelt wird. Jugendliche prahlen mit vermeintlichen Selbstverletzungen und Suizidgedanken, um bei den Anderen als möglichst ‚krass‘ zu gelten und damit ihren sozialen Status zu erhöhen. Andererseits muss die Jugendarbeit jene Fälle erkennen, bei welchen Selbstverletzungen oder Suizid tatsächlich Teil einer persönlichen Krise sind und wo Interventionen notwendig sind.

Empfehlungen der MOJUGA

  • Achten Sie auf Hinweise von selbstverletzendem oder suizidalem Verhalten Ihres Kindes. Auslöser sind oft alltägliche Probleme, die unüberwindbar scheinen oder sich derart zuspitzen, dass sie zu einer totalen Überforderung und damit zu Handlungsunfähigkeit führen. Im Konkreten können das z. B. Schulprobleme, (Cyber-)Mobbing, Konflikte mit Freunden oder der Familie, Liebeskummer, soziale Isolation oder Versagensängste sein.

  • Sprechen Sie Ihr Kind in ruhiger Atmosphäre vorsichtig darauf an. Insistieren Sie jedoch nicht, weil Selbstverletzungen und Suizid auch mit viel Scham verbunden sein können und betroffene Kinder und Jugendliche deshalb mit ihren Eltern nicht darüber sprechen möchten.

  • Wenden Sie sich bei Verdacht an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder direkt an die Kinder- und Jugendpsychiatrie-Stelle in Ihrer Nähe und ersuchen Sie dort um eine Einschätzung.

  • Allgemein gilt: Je konkreter die Ankündigung, desto dringender besteht Handlungsbedarf. Bei folgenden Alarmzeichen ist unmittelbares Handeln angezeigt: Suizidpläne und Vorbereitungen, konkrete Handlungen wie Sammeln von Tabletten oder Besorgen einer Waffe, konkrete Suizidankündigungen, Verschenken von sehr persönlichen Gegenständen und Haustieren, plötzliche Erleichterung und Ruhe, obwohl sich die Krisensituation nicht verbessert hat.

  • Gehen Sie parallel dazu möglichen Ursachen auf den Grund. Versuchen Sie herauszufinden, welche konkreten Lebensumstände Ihr Kind dazu treibt, sich selbst zu verletzen oder an Suizid zu denken und wie man diese verbessern könnte.

  • Wenden Sie sich mit allen Ihren Fragen bezüglich Selbstverletzungen an die MOJUGA-Jugendarbeitenden (siehe unter Ihrer Gemeinde, Rubrik 'Team').

Hintergrund

Mit dem Begriff selbstverletzendes Verhalten (SVV) beschreibt man eine Gruppe von Verhaltensstörungen, bei denen sich betroffene Menschen absichtlich Verletzungen beziehungsweise Wunden zufügen. Die häufigste Form der Selbstverletzung ist das Zufügen von Schnittverletzungen mit scharfen oder spitzen Gegenständen wie Messern, Rasierklingen, Scherben oder Nadeln. Dieses so genannte ‚Ritzen‘ oder ‚Schneiden‘ findet vorwiegend an Armen und Beinen sowie im Bereich von Brust und Bauch statt.

Selbstverletzungen, Suizidversuche und Suizid

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