Einer der Gründe, warum viele Jugendlichen nichts mit sich anzufangen wissen, ist gemäss Studien, dass sie sich als Kinder nicht genug gelangweilt hätten. Weil die Freizeit vieler Kinder heute mit Inhalten gefüllt und durchstrukturiert sei, fehle ihnen später als Jugendliche häufiger die Fähigkeit, aktiv die eigenen Interessen wahrzunehmen und zu verfolgen.
Stimulationen von Aussen wie Unterhaltung von digitalen Medien beispielsweise können Anregungen geben und damit gegen Langeweile helfen. Wenn jemand jedoch nur noch durch äusserliche Stimulanzen aktiv wird, sollten die inneren Antriebe und Motivationen dadurch gefördert werden, indem man eine Zeit lang vor allem inneren Emotionen folgt.
Echte Interessen zeichnen sich dadurch aus, dass sie lebendig machen und jemanden über längere Zeit motivieren. Zudem lassen echte Interessen den Menschen in einem Sinne aktiv werden, der wenig mit reinem Konsum zu tun hat.
Als "eine unangenehme Windstille der Seele" hat Friedrich Nietzsche die Langeweile bezeichnet – "welche der glücklichen Fahrt und den lustigen Winden vorangeht."