Offene Jugendarbeit und Cannabis

Die MOJUGA stellt fest, dass bei den rund 500 Jugendlichen, mit denen sie regelmässig Kontakt hat, rund 15 Prozent Kiffererfahrungen haben und dass einzelne Jugendliche bereits regelmässig Cannabis konsumieren. Zudem wird die Droge bereits ab der ersten Oberstufekonsumiert, die Einsteiger werden immer jünger. Auch wissen die Jugendlichen sehr genau, wo und bei wem sie Cannabis beziehen können. Es gibt genügend Nachschub aus kommerziellem Quellen oder Selbstanbau von einzelnen Jugendlichen.

Konsumiert wird primär, um sich vom Alltagsstress zu erholen und abzuschalten. Dies ist ein klar verändertes Nutzungsverhalten zu früher, als der Cannabis-Konsum oft punktuell als Stimulanz beispielsweise beim Besuch eines Musikkonzerts eingesetzt wurde. Das Konsumieren von Cannabis ist unter Jugendlichen nichts Aussergewöhnliches. Die Illegalität der Droge wird unter den Jugendlichen zwar immer wieder diskutiert, die möglichen gesundheitlichen Schäden jedoch sind kein Thema.

Die Jugendarbeitenden der MOJUGA haben in der täglichen Arbeit diesbezüglich folgenden Grundsatz: „Wir verteufeln das Kiffen nicht, weil man Jugendliche damit nicht erreicht. Stattdessen wollen wir mit ihnen Strategien entwickeln, wie sie ihren Konsum reduzieren oder ganz aufgeben können. Sie sollen beurteilen lernen, welche Konsequenzen Drogenkonsum für sie haben könnte.“

Empfehlungen der MOJUGA

  • Informieren Sie sich vorgängig umfassend über Cannabis. Das können sie mit Büchern oder im Internet und in Kombination mit Gesprächen mit Fachleuten wie Jugendarbeitenden, Fachstellen-Mitarbeitenden oder Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld tun.
  • Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind heraus, wie oft, welche Art von Cannabis und mit wem es die Droge anwendet. Fragen Sie es 'was das Rauchen eines Joints mit ihr oder ihm macht'. Finden Sie damit heraus, in welchem Kontext Ihrem Kind Cannabis gut tut und in welchem nicht.
  • Zeigen Sie klar die Gefahren auf: Vor allem, dass Jugendliche als Pubertierende bei übermässigem Cannabis-Konsum ihr persönliches psychisches und physisches Potenzial irreparabel schädigen können.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nicht das Gleiche ist, wenn gut integrierte, aufgestellte und im Alltag leistungsbereite Jugendliche ab und zu bewusst Cannabis konsumieren und wenn Jugendliche täglich zum Joint greifen, in der Schule Probleme haben und oft über Langeweile klagen.

Hintergrund

Nationale und internationale Studien besagen, dass hierzulande 29 Prozent der 15-jährigen Buben und 19 Prozent der 15-jährigen Mädchen schon einmal Cannabis konsumiert haben. Und: Laut dem 'Suchtpanorama Schweiz', einem alljährlich erhobenen Zustandsbericht der Stiftung Sucht Schweiz, hat der Konsum von Cannabis unter den 15- bis 19-Jährigen 2016 in der Schweiz seit 2011 wieder zugenommen. Andererseits verwendet eine grosse Mehrheit der Konsumenten Cannabis nur als Jugendliche oder junge Erwachsene und hört später damit auf.
Neu sind zudem Cannabis-Produkte auf dem Markt, welche legal sind.

Gesetzliches

Anwendung

Wirkung