Mobbing

Von Mobbing spricht man, wenn jemand von einer oder mehreren Personen immer wieder und über längere Zeit schikaniert wird. Es gibt dabei keine wechselseitige Kommunikation mehr, sondern nur noch einseitige Herabwürdigung des Opfers.

Im Lauf der Schulzeit werden etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Opfer von Mobbing. Gemäss neusten Umfragen hat im Kanton Zürich rund die Hälfte aller Jugendlichen bereits mindestens einmal eine Form von Cybermobbing erfahren. Lesen Sie dazu den separaten Ratgeber "Cybermobbing".





Empfehlungen der MOJUGA

Mobbing betrifft ein ganzes System.
Es ist schwierig aufzulösen, weil sich die Dynamik über eine lange Zeit hinweg etabliert und durch das Schweigen der Masse vermeintlich legitimiert wird. Nicht nur die Täter*innen gewinnen den Eindruck, ihr Handeln sei in Ordnung, auch beim Opfer entsteht die Überzeugung, sein Leiden sei berechtigt.

Mobbing wird also nicht durch seine Hauptprotagonistinnen und Hauptprotagonisten genährt, sondern vor allem durch die scheinbar Unbeteiligten. Bei Interventionen muss deshalb das ganze System einbezogen werden. Dem Mobbing-Opfer nahezulegen, es müsse sich halt wehren oder einem Täter zu sagen, er solle gefälligst aufhören, ist kontraproduktiv.

 

Aktiv nachfragen

Haben Sie den Eindruck, Ihr Kind könnte in Mobbing involviert sein, suchen Sie das Gespräch – auch dann, wenn es nicht das Opfer ist. Erwähnt es etwa beiläufig einen Konflikt zwischen anderen Kindern, versuchen Sie herauszufinden, was genau passiert ist, um zu verstehen, ob es sich um Mobbing handelt.

Fragen Sie Ihr Kind, wie es selbst die Übergriffe einordnet. Wenn Sie unsicher bleiben, erkundigen Sie sich nach zwei Wochen nochmals. Erhärtet sich der Mobbingverdacht, kontaktieren Sie die Lehrperson, die Schulleitung oder die Schulsozialarbeit.
 

Täterschaft nicht direkt konfrontieren

Fällt Ihnen auf, dass Ihr Kind häufig mit kaputten Schulsachen heimkommt, an Schultagen über Bauchweh klagt, Schlafstörungen entwickelt, keine Freundschaften hat oder immer schlechtere Noten heimbringt, dann fragen Sie vorsichtig nach den Gründen – auch nach möglichem Mobbing. Es kann sein, dass Ihr Kind abwiegelt. In diesem Fall müssen Sie Geduld aufbringen, aber Ihre Sorge weiterhin deklarieren. Betonen Sie, dass Sie alles tun wollen, um die Situation Ihres Kindes zu verbessern. Auch in diesem Fall sollten Sie nicht direkt auf die Täterschaft oder deren Eltern zugehen. Oft entsteht dadurch eine Beschuldigungsspirale, die dem Opfer mehr schadet als nützt. Wenden Sie sich stattdessen an die Verantwortlichen der Schule. In manchen Fällen ist der Einbezug einer Fachstelle notwendig.
 

Opfer entlasten

Wichtig ist, Mobbing-Opfern deutlich zu machen, dass sie die Attacken unter keinen Umständen verdienen und dass sie keine Mitschuld tragen. Als Eltern von Täter*innen sagen Sie, dass Sie Mobbing verurteilen, erkundigen Sie sich aber auch nach den Beweggründen Ihres Kindes. Manche Kinder werden zu Täter*innen, um sich vor einer Opferrolle zu schützen. Reden Sie mit ihm über seine Gefühle im Zusammenhang mit seinem Status in der Klasse, versuchen Sie dabei seine Empathie für andere Kinder zu wecken. Gespräche mit Kindern in der Zuschauerrolle zielen darauf ab, dass sie ihr eigenes Unbehagen zu erkennen lernen und sich bei weiteren Vorfällen an eine erwachsene Person wenden. Oft ist es für alle Beteiligten schwierig auszusteigen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind benötige dabei Hilfe, suchen Sie eine psychologische Fachperson auf.





Mobbing und Jugendarbeit

Mobbing wird meist aus der Schule in den Jugendtreff getragen. Die Jugendarbeitenden der MOJUGA können Mobbing beim Beobachten und Reflektieren der Interaktionen von Jugendlichen erkennen. Sie gehen Hinweisen nach und sammeln Information darüber, wer beteiligt ist. Jugendarbeitenden geht es in erster Linie darum, nicht Teil der schweigenden Masse zu sein, sondern auf alle Seiten hin zu signalisieren, dass bei Mobbing Grenzen massiv überschritten werden. Mit mobbenden Jugendlichen suchen sie das Gespräch und fordern Respekt für andere ein.

 

Schulische Intervention fördern

Auch auf vermutete Opfer gehen sie aktiv zu, fragen nach und bieten unterstützende Gespräche an. Wenn die oder der Betroffene einverstanden ist, werden die Eltern in die Begleitung einbezogen. Mit dem Einverständnis des Opfers oder unter Wahrung der Anonymität informiert die Jugendarbeit die Schule, um Interventionen von dieser Seite zu fördern.

 

Gesetzliches

Psychologisches