Offene Jugendarbeit und Konsum

Die MOJUGA übt mit den Jugendlichen regelmässig, deren Finanzkompetenz zu entwickeln. Die Jugendarbeitenden machen das im Rahmen von Projekten, bei denen Geld mit im Spiel ist. Das kann das Führen einer Bar mit Kasse an einem regionalen Markt sein. Oder die Organisation einer Party mit vorgängigem Einkaufen von Essen und Trinken. Oder gar die Gründung eines Skatervereins mit dem Führen einer Buchhaltung.

Zudem legt die MOJUGA bei ihren Aktivitäten einen starken Fokus auf die Selbstaktivierung der Jugendlichen. Die Jugendarbeitenden vermeiden bewusst konsumorientierte Angebote, sondern fordern immer grosse Eigenmotivation und persönlichen Einsatz der Jugendlichen ein. Damit wird den Jugendlichen aufgezeigt, dass das Erreichen eines Ziels nicht einfach gekauft werden kann, sondern dass nicht-monetäre Fähigkeiten ungleich höher entlöhnt werden.

Zudem unterstützt die MOJUGA in beratenden Gesprächen Jugendliche, die in bescheidenen finanziellen Verhältnissen aufwachsen. Die Unmöglichkeit dieser Jugendlichen, konsummässig mit Kolleginnen und Kollegen aus vermögenderen Familien mitzuhalten, kann deren Selbstwertgefühl negativ beeinflussen.


Empfehlungen der MOJUGA

  • Im Familienverbund muss Klarheit über die finanzielle Situation herrschen. Teilen Sie den Kindern und Jugendlichen diese mit. Dabei soll das Familienbudget als fester, unverrückbarer Wert dargestellt werden. Ohne zu stark ins Detail zu gehen, soll den Kindern und Jugendlichen die typische Ausgabestruktur eines Haushalts in der Schweiz erklärt werden.
  • Erziehen Sie die Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu einer eigenen Finanzkompetenz. Ab der fünften Klasse empfiehlt es sich zum monatlichen Taschengeld von 25 bis 30 Franken, einen zweckgebundenen Betrag, etwa fürs Handy, für Schuhe oder Kleidung, auszuzahlen. Zudem können jüngere Kinder für einmalige Arbeiten wie etwa Autowaschen oder Rasenmähen mit einem realistischen Lohn bezahlt werden.
  • Ab dem 13. Lebensjahr empfiehlt sich ein sogenannter Jugendlohn: Dabei erhalten die Jugendlichen innerhalb eines von der Familie festgelegten Rahmens Kompetenzen und Geld für die eigenverantwortliche Lebensgestaltung, etwa für Kleider, Coiffeur, Handy, Velo, ÖV-Abo. Die Jugendlichen können dabei innerhalb des Budgetrahmens selbst entscheiden, müssen allfällige Fehlentscheide aber auch selbst korrigieren.
  • Versuchen Sie die Vermittlung von Ferienjobs im Bekanntenkreis. Dies fördert die Finanzkompetenz der Jugendlichen, weil sie damit neben dem Erhalt eines Lohns auch einen ersten Einblick in den realen Arbeitsmarkt erhalten.
  • Schaffen Sie Freiräume für Kreativität, für Mitbestimmung und Mitgestaltung, und für Kontrapunkte zur materiellen Orientierung der Gesellschaft. Stärken Sie beispielsweise die kommunikative Fähigkeit durch regelmässige Diskussionen.

Hintergrund

Die Schweiz ist eines der reichsten Länder der Welt. In Schweizer Haushalten schlagen insbesondere drei Posten massiv zu Buche: Die Krankenkassen-Beiträge, die Mietkosten und die Steuern. Ohne Berücksichtigung des Vermögens wies das Bundesamt für Statistik 2014 aus, dass in der Schweiz knapp acht Prozent der Kinder in Haushalten lebten, die ihre Fixkosten nicht mit dem Einkommen decken können.
Dass nicht alle Jugendlichen den Übergang vom mittellosen Kind zum finanziell gesunden Erwachsenen schaffen, zeigt der Fakt, dass in der Schweiz 38 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen verschuldet sind. In absoluten Zahlen sind das 246‘000 Personen, bei jedem Zehnten belaufen sich die Schulden auf mehr als 2000 Franken.

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