Offene Jugendarbeit und Sexualität

Die MOJUGA ist bei all ihren Handlungsfeldern – aufsuchende Arbeit, Betreuung von Jugendräumen, Begleitung von Projekten – mit der aufkeimenden Sexualität der Jugendlichen konfrontiert. Die Jugendarbeitenden werden dabei regelmässig konkret über Aspekte der Sexualität gefragt. Oder sie beobachten bei der Interaktion der Jugendlichen im Jugendraum oder bei Projekten, dass Sexualität ein wichtiges Thema ist.

Die MOJUGA berät die Jugendlichen in einem allgemeinen Rahmen über Sexualität. Stellen die Jugendarbeitenden diesbezüglich Probleme fest wie abwertende sexuelle Kommentare über andere Jugendliche, stark ausgeprägten Liebeskummer, Sexting oder übermässigen Porno-Konsum, wird zuerst immer das Gespräch mit den beteiligten Jugendlichen gesucht. In einem weiteren Schritt werden die Eltern oder eine externe Fachstelle miteinbezogen. Die MOJUGA versteht dabei die Sexualität grundsätzlich als persönliche, höchst individuelle Dimension der Jugendlichen und wahrt jederzeit die Privatsphäre der Jugendlichen.

Empfehlungen der MOJUGA

  • Definieren Sie als Eltern eine Ihrer Meinung nach gesunde sexuelle Entwicklung. Gleichen Sie diese persönlichen Vorstellungen mit den herrschenden sexuellen Vorstellungen der Gesellschaft ab. Erarbeiten Sie damit einen Leitfaden für die Förderung eines gesunden Körpergefühls und die folgende Aufklärung Ihres Kindes.

  • Sprechen Sie vorsichtig das Thema Sexualität an. Man kann fragen, ob die Tochter vielleicht schon verliebt ist oder wie es dem Sohn mit dem sich verändernden Körper geht. Man kann Verhütungsmittel ansprechen oder vom Zusammenhang zwischen Sex und Liebe erzählen. Beachten Sie: Es ist möglich, dass Kinder die Aufklärung von ihren Eltern ablehnen und sich lieber beim älteren Bruder oder der älteren Schwester erkundigen. Versuchen Sie jedoch sicher zu stellen, dass Ihr Kind eine persönliche Aufklärung erhält und sich sexuell nicht nur medial bildet.

  • Versuchen Sie inhaltlich einerseits das Schöne und Erfüllende bei der Sexualität hervorzuheben. Versäumen Sie anderseits aber nicht, auch auf inhärente Risiken wie Machtmissbrauch, Pornosucht oder sexuell übertragbare Krankheiten zu sprechen kommen.

  • Bedenken Sie bei der Aufklärung, dass die sexuelle Orientierung individuell ist und dass sich Ihr Kind anders entwickeln kann, als Sie es sich wünschen. Hören Sie bei Aufklärungsgesprächen immer sehr genau hin, wie Ihr Kind reagiert und reagieren Sie Ihrerseits darauf.

  • Beobachten Sie Ihr Kind, wenn Sie das Gefühl haben, dass sie/er gerade ‚ihr/sein erstes Mal‘ erlebt. Fragen Sie aber nur nach, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind damit Probleme hat. Liebeskummer beispielsweise ist eine normale, mögliche Begleiterscheinung, welche Ihr Kind selbst bewältigen muss. Druck oder gar Gewalt jedoch sind immer Gründe, um zu intervenieren.

Hintergrund

Wie sich ein Kind und später ein Jugendlicher sexuell entwickeln, hängt einerseits stark vom Elternhaus ab und andererseits von den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Divergieren diese Einflüsse zu stark, sind die Jugendlichen auf ihrem Weg zur sexuellen Orientierung verwirrt. Jugendliche sind diesbezüglich stark gefordert, weil ihnen heute in den Familien neben der traditionellen, langjährig verheirateten Partnerschaft der Eltern immer mehr auch Alternativen (‚patch work‘) vorgelebt werden. Und die Sexualität ist im öffentlichen Leben in den Medien, in Film und Fernsehen allgegenwärtig. Zudem sind die Jugendlichen durch die zunehmende Migration in Schule und in der Freizeit mit sexuellen Orientierungen aus anderen Kulturkreisen konfrontiert. Gemäss neusten Studien meistern die meisten Jugendlichen all diese Herausforderungen jedoch erstaunlich gut.

Aufklärung

Erste Erfahrungen und Verhütung

Medien und Posing

Pornografie und Sexting